Bukhara hat uns ein wenig schockiert, da eigentlich alle schoenen alten Bauwerke zu Souvenirshops umfunktioniert waren, so dass man von dem Bauwerk selbst nichts mehr gesehen hat. Dazu wurde hier wesentlich weniger restauriert und vieles schoene Alte ist extrem baufaellig.
Mit dem Zug geht es weiter nach Samarkand. Hier rafft es jetzt erst mal einen nach dem anderen nieder. Erst geht's Marcela schlecht, dann Jiri und zuletzt noch Stepan. Nur Anne's Saumagen geht's gut. Ob's wohl an der fraenkischen Kueche liegt?
Trotzdem gefaellt uns Samarkand sehr gut. Der Registan ist wirklich phaenomenal. Nur ruhig sitzen koennen wir dort nicht. Nach ca. 10 Minuten sprechen uns 2 Usbeken auf Deutsch an. Wir quatschen ca. 30 Minuten mit den beiden und merken allmaehlich, dass um uns herum alle anderen Leute mucksmaeuschenstill sind und die Ohren spitzen. Als wir weiterlaufen stuerzen sich alle auf die beiden mit denen wir gequatscht haben und lachen und freuen sich. Wir vermuten, dass die alle zum gleichen Deutschkurs gehoert haben und sich einfach selbst eine Uebungsstunde besorgt haben.
In Samarkand machen wir auch unsere ersten Einkaeufe fuer die Fahrradtour. Das Meiste bekommen wir auf dem Basar problemlos, nur wenn wir nach Haferflocken fuer unser Fruehstueck fragen schauen uns alle verstaendnislos an. Irgendwann finden wir dann endlich welche. Das Problem war, dass Haferflocken hier "Hercules" heissen. Weil naemlich "Hercules" die Maenner stark macht und deshalb diesen Namen verdient, wird uns erklaert. Aha, und die Frauen? Achso, stimmt ja! -die sind ja nicht so wichtig!
Nachdem wir in Samarkand alles gesehen hatten treffen wir Marcela's Bekannten wieder und fahren mit ihm nach Kitab in die Berge. Nach so viel Wueste und trockenen Gebieten eine sehr schoene Abwechslung. Danach geht's direkt zurueck nach Tashkent.
Wir sind immer noch am hin und her ueberlegen, ob wir nun durch Kirgistan fahren sollen oder doch ausweichen sollten ueber Kasachstan oder Tadschikistan. Allmaehlich laeuft uns die Zeit davon und wir entscheiden uns jeden Tag fuer eine andere Variante. Da aber die Grenze nach Kirgistan fuer Auslaender geoeffnet sein soll waehlen wir dann doch die Variante mit dem geringsten Aufwand. Immerhin hatten wir nur fuer Kirgistan ein Visum.
Es wird also ein Fahrer fuer uns organisiert, der uns bis Andijan bzw. kurz vor die Grenze bringen soll. Damit wir moeglichst morgens schon an der Grenze sind uebernachten wir in Namangan bei dem Fahrer zuhause. Das Esszimmer (das sowieso keine Moebel hat, weil auf dem Boden gegessen wird) wird fuer uns zum Schlafzimmer umfunktioniert. Anfangs laeuft alles gut, wir koennen Zaehne putzen, legen uns hin und sperren (auf Anweisung des Fahrers) die Tuere sorgfaeltig zu. Da Anne aber wie jede Nacht nochmal pinkeln muss, sperrt sie die Tuere auf um auf's Klo zu gehen. Klingt einfach, ist es aber nicht! Der Schluessel (bestimmt made in China) bricht ab und wir sind eingesperrt. Keiner von uns beiden schafft es die Tuere wieder aufzubekommen. Das Fenster ist ziemlich schmal, aber irgendwie schafft Anne es sich durchzuzwaengen. Das viele, gute usbekische Essen der letzten Tage war dabei nicht besonders hilfreich. Von aussen geht die Tuere leider auch nicht auf -  so ein Mist! Also, erstmal pinkeln, danach faellt das Denken bestimmt leichter. Zurueck ins Zimmer gezwaengt kommt uns aber immer noch keine bessere Idee. Nagut, dann schlafen wir halt erstmal.
Am naechsten Morgen schaffen wir es dann zum Glueck doch noch mit einem Schraubenzieher das Schloss zu drehen. Gerade noch rechtzeitig bevor der Rahrer kommt und uns fragt ob wir gut geschlafen haben. - Ja, super geschlafen! Ganz toll!
Nach einem Fruehstueck, geht's weiter Richtung Grenze. Sehr langsam, weil der Fahrer den Weg nicht kennt und jeden anhaelt um zu fragen, aber gegen halb 12 sind unsere Raeder gesattelt und es geht los...

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