…”Quatsch” erklaert uns lachend der Uzbeke dem wir erzaehlen wir haetten das in einem Reisefuehrer gelesen “400 Tage, mindestens!” Anscheinend hatten wir aber die ersten 3 Tage wohl 3 der anderen 65 abbekommen. Aber vielleicht war das ganz gut so, denn mittlerweile sind wir in den 300 Sonnentagen mitten drin und haben schon die ersten roten Nasen.

Der Flug hat gut geklappt und nach einiger Fragerei (zum Glueck spricht Stepan’s Mama russisch) wurden uns sogar unsere Fahrraeder am Flughafen von Tashkent ausgehaendigt.
Ein Bekannter von Stepan’s Mama hat uns abgeholt und wir durften erstmal schlafen gehen in unserer ersten uzbekischen Unterkunft. Endlich wieder Stehklos! Fast wie in unserem guten alten China.
Am naechsten Tag wurden wir entmuendigt: Tagesplanung ist Usbekensache! Geld wechseln? Ach was, braucht ihr nicht! Unser aufmuepfiger Versuch Eigenstaendigkeit zu gewinnen mit “Naja, wir muessten uns doch auch mal ein Wasser oder so kaufen gehen” wurde sofort im Keim erstickt indem er aus dem Auto sprang und mit 15 Flaschen Wasser zurueck kam.

So wurde uns erstmal die Stadt gezeigt: im Auto! Rechts seht ihr dies, links das und da vorne kommt dann gleich das Nationalmuseum. Dabei hat es uns dann auch fast die Sprache verschlagen als wir an einem riessigen Plakat mit “Thomas Anders, the star from Modern Talking” vorbei gefahren sind. Hat also auch Nachteile wenn man einen echten Usbeken kennt, der alles in die Hand nimmt.
Natuerlich hat es auch viele Vorteile, denn wir haben in den ersten Tagen schon sehr viel usbekisches Leben kennengelernt. Wir waren z.B. bei der Familie zum ‘Plov’ kochen/essen, das uzbekische Nationalgericht was aus Hammelfleisch, Zwiebeln, gelben Karotten, Rosinen, Kichererbsen und Reis ueber offenem Feuer zubereitet wird. Natuerlich ist sowas Maennersache! Erinnert ein bisschen ans Grillen bei uns, das ist ja schliesslich auch Maennersache, denn erst am offenen Feuer zeigt sich der “echte Mann”! :-)
Ansonsten wurde den ganzen Tag nur gegessen und leider nur russisch gesprochen, so dass wir leider immer auf Uebersetzung warten mussten und Stepan’s Mutter staendig beschaeftigt war.
Die Weiterreise wurde uns auch voll aus der Hand genommen und es wurden schon alle Unterkuenfte fuer uns gebucht, ausserdem auch das Zugticket nach Chiwa besorgt und in jedem Ort ein “Kontaktmann” ausgesucht, der uns mit Rat und Tat zur Seite stehen soll. Das wird auch taeglich ueperprueft. Jeden Tag klingelt das Handy und “die Regierung” prueft ob alles in Ordnung ist.
Am 3. Tag durften wir dann endlich Geld holen und tauschen gehen. Das war wirklich nicht so einfach wie gedacht. Geldautomaten sind hier anscheinend aus Prinzip schon leer. Also mussten wir in die Nationalbank. Hier konnten wir dann an Schalter No1 mit der Visa Karte und dem Pass Dollar abheben, wofuer wir eine Gebuehr zahlen mussten. Mit dem Beleg dafuer wurden wir dann zu Schalter No2 geschickt an welchem wir mit dem Beleg von No1 Dollar ausbezahlt bekommen und wieder eine Gebuehr entrichten. Mit den Dollar von No2 gehen wir dann zu Schalter No3 und tauschen die Dollar in Usbekische Sum, wo wir natuerlich wieder eine Gebuehr entrichten und die Dollar von Schalter No2 auf Echtheit ueberprueft werden. Alles also ein Kinderspiel! Dann bekommen wir also das Geld, der groesste Schein hier sind 1000 Sum, was ca. 50 Cent enspricht. Die Preise hier sind allerdings nicht viel kleiner als bei uns und so laeuft man immer mit dicken dicken Paketen voll Geld in den Hosentaschen herum, manchmal sieht man Usbeken mit Plastiktueten voller Geld auf der Strasse laufen. Das Geld sollten wir dann auch noch verstecken! Ha, Ha!

Von Tashkent aus sind wir dann am 3. Tag abends mit dem Nachtzug nach Chiwa gefahren. Ca. 1000 km mit 18 Stunden Zugfahrt im gemuetlichen Schlafwagen…

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