Nach unserer Wanderweg Tour suchen wir nach etwas Erholung und finden diese auch gleich 150 km weiter am Hot Water Beach. Puenktlich zum Beginn der Ebbe treffen wir dort ein, leihen uns eine Schaufel und Stepan zeigt welch Mann in ihm steckt. Waehrend ich Anweisungen zum richtigen Ausgrabungsort gebe schaufelt Stepan tonneweise Sand. Es dauert eine Weile, aber dann ist das Meisterwerk vollbracht und wir haben unseren eigenen Hot-Pool. Ein paar 100 Meter unter dem Strand gibt es eine vulkanische Hitzequelle, die den Sand aufheizt. In Kombination mit dem kalten Meerwasser ergibt das eine schoene Badewannentemperatur. Natuerlich sind wir nicht die einzigen an dem Strand und jeder buddelt an einer anderen Stelle. Der eine besser, der andere schlechter und so haben manche nicht genug Meerwasser im Loch und verbrennen sich die Fuesse. Unser Pool dagegen erfreut sich groesster Beliebtheit und wir koennen uns der aufdringlichen Schnitzelcamper nicht erwehren, die sich frecherweise in unseren Pool draengen. Aber sharing is caring und so teilen wir grosszuegig.


Nachdem wir jetzt den Abstecher in den Norden abgeschlossen haben fahren wir weiter in Richtung Sueden. Das Fahren auf den Strassen grenzt an Selbstmord. Die Autofahrer halten so gut wie gar keinen Abstand und gehen noch nicht mal vom Gas wenn es bei Gegenverkehr extrem eng wird. Bevor hier einer bremst faehrt er uns lieber ueber den Haufen. Wir werden einige Male in den Strassengraben gedraengt und versuchen auf Nebenrouten auszuweichen. Das ist leider nur bedingt moeglich und bedeutet meistens grosse Umwege und Schotterpiste. Aber das ist es uns wert.
Bei Ankunft in Rotorua sind wir deshalb ziemlich genervt und legen erstmal 2 Tage Pause ein. In Rotorua blubberts aus diversen Loechern und es stinkt nach Schwefel. Der Campingplatz liegt direkt am See und hat auch einge Blubberloecher zu bieten. Als wir abends in unser Zelt kriechen merken wir wie wohlig warm der Boden ist. Wir liegen relativ nah an einem der Blubberloecher und haben so unsere eigene Fussbodenheizung im Zelt. Genial nach einem anstrengenden Tag voller Verkehr und Gegenwind.

Rotorua ist auch bekannt zum Mountainbiken. Also leihen wir uns an unserem zweiten „Ruhetag“ Mountainbikes aus und fahren in die nahegelegenen Redwoods. Das Gebiet ist genial, die Wege sind extra nur fuer MTB ausgeschildert, Wanderer und Reiter haben ihre eigenen Wege. Dazu gibt es eine vorgeschriebene Fahrtrichtung, so dass einem auf den engen Trails kein Gegenverkehr entgegenkommt. Wir toben uns mal so richtig aus und geniesen es ohne Gepaeck zu fahren. Leider toben wir ein bisschen zuviel, denn bei einer grossen Stufe zerlegt es mich und ich stoppe mit der Brust. Erst bleibt mir die Luft weg, dann die Sprache und zuletzt wird mir schwindlig. Danach geht’s wieder, nur die Rippen schmerzen ziemlich. Aber das hat man halt davon wenn man an einem RUHEtag Fahrrad fahren geht!

Zurueck am Campingplatz hat sich mittlerweile die Bodentemperatur extrem erhoeht (warum auch immer). Unsere Fussbodenheizung wird zur finnischen Sauna. Waehrend ich das Thermalzelt medizinisch sinnvoll nutzen kann und die Waerme meine Schmerzen mildert, verbrennt Stepan sich fast den Hintern. Unsere leckeren Schokodrops fuers Muesli schmelzen zu einem grossen Drop zusammen und auch die Gummibaerchen formen sich zu einem grossen Ball mit vielen bunten Farben. Es ist Zeit die Blubberloecher hinter sich zu lassen.


Von Rotorua fahren wir weiter nach Taupo, wo wir uns mit Mareike und Tom treffen. Die beiden haben auch Lebkuchen von der Muddi dabei und wir freuen uns sehr, dass wir die beiden nicht in Rotorua getroffen haben. Gemeinsam machen wir das Tongariro Crossing, eine ca. 8 stuendige Wanderung durch Vulkangebiet, vorbei am Schicksalsberg und durch Vulkankrater hindurch. So in etwa das gleiche was Frodo in Mordor gemacht hat, nur dass wir keinen Ring dabei hatten und statt vor Orks zu fluechten jede halbe Stunde ein Sandwich, Muesliriegel oder eine Banane eingeschoben haben. Der Abstieg zieht sich leider ziemlich, wir sind es ja nicht gewohnt so viel zu laufen. Jetzt wiederum waere so ein rotoruarisches Thermalzelt doch sehr angenehm.

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