In Savannakhet wollen wir eigentlich nur mal eben schnell unser thailaendisches Visum beantragen und dann gleich weiter fahren. Den Ueberblick ueber Wochentage und Datum haben wir schon laengst verloren und so stellen wir ziemlich ueberrascht fest, dass heute Samstag ist und wohl kein Konsulat geoeffnet hat. Macht nichts, ruhen wir uns eben ein paar Tage aus. Savannakhet laedt auch zum Ausruhen ein. Die Stadt ist so herrlich ruhig und alle Menschen gehen ihren Taetigkeiten sehr laaannngsaaaam nach. Wir gewoehnen uns schnell ans nichts tun und verbringen viel Zeit mit Dan, einem Amerikaner, der hier eine Englischschule eroeffnet hat und abends unterrichtet. Wir besuchen die "Klasse", bestehend aus ein paar Moenchen und ein paar sehr lernwilligen Highschool-Kids, damit diese am lebenden Objekt ueben kann. Das lief dann z.B. so ab:
Lehrer: "Describe Anne"
Schueler 1: "Anne is very pretty!"
Anne: "Thank you"
Schueler 2: "Anne is plump!"
Anne:  "aaaaaaarrrrrrrrggggghhhhhhhhh"
Fuer Stepan lief der Abend besser, er wurde als gutaussehend und athletisch bezeichnet. Aber immerhin sind wir unserem Vaterland gerecht geworden und haben eine sehr bedeutende Vokabel dem Wortschatz der Klasse hinzugefuegt: Brewery!
Mit angeknackstem Selbstwertgefuehl und sehr ausgeruhten Beinen geht es weiter nach Pakse, wo wir noch eine kleine Schleife drehen wollen bevor wir Laos endgueltig verlassen. Wir fahren gen Osten auf das Bolaven-Plateau, das Kaffeeanbaugebiet von Laos. Zwar trinken die Laoten selbst keinen Kaffee und kennen auch den Unterschied zwischen Bohnenkaffee und Instantpulver nicht, trotzdem schaffen sie es sehr guten Kaffee anzubauen. Neben Kaffee werden viele Erdnuesse angebaut. Wir stellen fest, dass wir beide weder eine Kaffeepflanze noch eine Erdnusspflanze vorher erkannt haetten. Aber tatsaechlich die Erdnuesse wachsen nicht fertig gesalzen in der Dose und auch der Kaffee nicht im Aromapack! Zusaetzlich gibt es auf dem Plateau viele, viele Wasserfaelle. So viele, dass man von "wow" irgendwann uebergeht in "aha, wieder viel fallendes Wasser". Aber wir sind wohl auch keine Wasserfallliebhaber.

Nach unserer Schleife fahren wir auf fast direktem Weg Richtung Grenze und fahren nur ein paar mal per Boot ueber den Mekong. Zum Einen um in Champasak Wat Phu zu besichtigen, ein alter Khmer-Tempel, der schon vor Angkor Wat gestanden haben soll und zum Anderen um auf eine der 4000 Mekong Inseln zu fahren, die sich zum Backpacker Kiffer-Mekka entwickelt haben. Wir finden dort ein Laos vor, dass nicht mehr das ist welches wir kennen. Die Laoten dort sind relativ unfreundlich, verlangen horrende Preise um von der Insel wieder runter zu kommen und selbst die Kinder lachen uns nicht mehr an. Wir sind ein bisschen schockiert, was der Tourismus aus diesen Menschen hier gemacht hat, stellen aber gluecklicherweise fest, dass schon 2km nach den Inseln das "alte", fuer uns "echte" Laos wieder beginnt.

Nach einem kurzen Abstecher zu den Mekong-Wasserfaellen (sehr viel fallendes Wasser!) verlassen wir Laos und betreten ein neues uns unbekanntes Land.

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    Laos

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