Einige Bratwuerste spaeter verlassen wir Luang Prabang  und fahren weiter Richtung Sueden. Die Landschaft hier ist phenomenal und der Verkehr fast nicht existent.  Einige der Doerfer durch die wir kommen gehoeren zu den “Hmong” , eine  Volksgruppe die zu Zeiten des sogenannten “Secret War’s” von der CIA als Rebellen “gefoerdert” und ausgebildet wurde. Ob die Vergangenheit hier heute noch eine Rolle spielt koennen wir nicht beurteilen, aber hier sehen wir zum ersten Mal einige Laoten mit Maschinengewehren an uns vorbei laufen oder –fahren. Vielleicht werden diese ja auch nur zur Jagd verwendet, weil sie noch aus dem Krieg “uebrig “ sind?!  Auf jeden Fall hat sich unsere Devise die bisher nur hiess: “sei immer nett zu Menschen mit Macheten in der Hand” (was auf ca. 80% aller Laoten zutrifft) gewandelt in “sei noch netter zu Menschen mit Maschinengewehren”. Wir laecheln, grinsen und gruessen uns also die Strasse entlang und kommen schliesslich sicher in Vang Vieng an.

 Was der Ballermann fuer Mallorca, ist Vang Vieng fuer Laos.  In erster Linie, wird hier “tubing” betrieben.  Man leiht sich einen LKW-Schlauch und laesst sich 3 km den Fluss entlang treiben. Diese 3km sind gepflastert von Bars in denen kraeftig gebechert wird, meist auch schon bevor’s ueberhaupt los geht.  Das Ganze fuehrt dann dazu, dass spaetnachmittags der ganze Ort voll ist von lauten, betrunkenen, halbnackten Menschen und das in einem Land, in dem die Freikoerperkultur nicht gerade zum guten Ton gehoert. Im Gegensatz dazu sind die Strassen tagsueber fast leer, da die meisten noch ihren Rausch ausschlafen oder sich in einer der vielen “Fernseh-Restaurants” alte “Friends”-Folgen anschauen ,die in wirklich jedem 2. Restaurants laufen. In allen anderen laotischen Staedten gilt eine strenge Sperrzeit: um 24 Uhr muessen alle von der Strasse sein und deshalb schliessen dort auch alle Kneipen und Restaurants um 23 Uhr, damit die Mitarbeiter noch genuegend Zeit haben nach Hause zu kommen. Ganz anders in Vang Vieng, hier gilt ein anderes Gesetz.

Da es regnet und wir unsere unvorteilhaft gebraeunten Koerper ungern in Badehosen zeigen wollen beschliessen wir anstatt tubing lieber klettern zu gehen. Nach so langer Kletter-Abszinenz verdammt anstrengend, aber auch sehr schoen. Vor allem da es einen grossen Felsen mit komplett trockenen Waenden gibt. Wir klettern also im stroemenden Regen und werden kein bisschen nass.

Nach 2 Tagen fahren wir weiter Richtung Sueden in die Hauptstadt von Laos: Vientiane. Hier goennen wir uns ein bisschen Kulturprogramm und ruhen uns aus von der Hitze und dem vielen Regen. Da unser Visum mal wieder am auslaufen ist fahren wir fuer einen Tag bzw. fuer eine Stunde nach Thailand um ein neues laotisches Visum zu bekommen. Unserem Busfahrer dauert das allerdings zu lange bis die bloeden Auslaender endlich ueber die Grenze sind und so beschliesst er uns dort einfach stehen zu lassen. Zum Glueck finden wir andere Moeglichkeiten zurueck in die Stadt zu kommen und koennen so auf dem Rueckweg noch einen Besuch im “Cope Center” einbauen. Da auch Laos waehrend des Vietnam Krieges von den Amerikanern bombardiert wurde, gilt es heute als das am staerksten zerbombte Land (pro Kopf) der Welt. Problematisch ist vor allem die Tatsache, dass damals 1/3 der abgeworfenen Bomben nicht explodiert sind und so auch noch heute eine Gefahr fuer die Menschen darstellen. Das Zentrum versucht Menschen zu unerstuetzen, die durch diverse UXO-(unexploded ordnance) “Unfaelle” Gliedmassen verloren haben und gibt viel Informationen zur Geschichte und wie heute damit umgegangen wird. Eine sehr traurige Geschichte wie wir finden. Immerhin sehen wir in vielen Doerfern, dass diverse europaeische Laender sich in Laos engagieren und Geld spenden. Amerika engagiert sich waehrenddessen in Zusammenarbeit mit den Laoten um Ueberreste von gefallenen amerikanischen Soldaten auf laotischem Boden zu suchen. Ob wohl auch Gelder fuer die Suche von UXOs fliessen?

vorheriger Bericht<< Aktueller Bericht >> naechster Bericht
 

    Laos

    Picture