Nach einem Tag Ruhe wegen schlechtem Wetter sieht es aus als wuerde es aufklaren. Also beschliessen wir aufzubrechen und ueber den Irkeshtam Pass zu fahren. Auf unserer Karte ist der Pass mit 3450m eingezeichnet und da wir uns ja schon auf 3200m befinden kann das ja nicht so wild sein.
Leider haben wir starken Gegenwind und kommen selbst auf der anfangs noch asphaltierten Strasse nur sehr langsam voran. Dann kommt wieder Schotter und wir kommen noch langsamer vorwaerts. Als wir den vermeintlich hoechsten Punkt schon ziemlich muede erreichen geht es immer noch weiter hoch. Weit kann's ja nicht mehr sein denken wir. Gleichzeitig wird's immer kaelter und es faengt an zu nieseln. Wenig spaeter steht schon rechts und links von der Strasse, die mittlerweile so schlecht ist, dass sie den Namen Strasse eigentlich gar nicht mehr verdient, ca. 3-4 Meter hoch der Schnee. Das Nieseln verwandelt sich in Schnee und peitscht durch den starken Wind ins Gesicht. Es geht immer weiter hoch und hoch und hoch. Allmaehlich stecken wir im Schneesturm. Die Strasse ist so schlecht, dass wir schieben muessen. Bei 3770m haben wir endlich den hoechsten Punkt erreicht. Aber schneller vorwaerts kommen wir trotzdem nicht, weil die Strasse nur noch aus Matsch besteht. Wir stecken knoecheltief im Schlamm, Haende und Fuesse sind eingefroren und es wird allmaehlich dunkel. Dazu ist nicht wirklich Rettung in Sicht, die wenigen LKWs die wir treffen fahren alle in die Gegenrichtung. Der einzige der in unsere Richtung faehrt will uns nicht mitnehmen, also bleibt uns nichts anderes uebrig als unser Zelt aufzuschlagen. Auf 3500m liegt dann kein Schnee mehr, so dass wir direkt neben der Strasse unser Zelt aufbauen und in unsere Schlafsaecke kriechen. Es dauert ewig bis es warm wird, aber als es dann allmaehlich warm wurde war's sooo schoen!
Am naechsten Tag schmeissen wir uns in unsere nassen, verschlammten Klamotten und erfreuen uns nicht besonders am bergab fahren. Durch Schnee, Schlamm und Eis sind unsere eigentlich neuen Bremskloetze komplett abgefahren und machen gar nichts mehr. Wir haben auch nur 2 neue Paar dabei, also gibt's jetzt halt nur noch Vorderradbremsen. Aber Bremsen wird ja heutzutage sowieso vollkommen ueberbewertet!
Nicht viel spaeter kommen wir endlich mal wieder in den Genuss von Asphalt. Schee! Und ehe wir es uns versehen stehen wir auch schon vor der Grenze. Gerade noch vor Feierabend (und wir wissen ja, damit nehmen es unsere chinesischen Freunde sehr genau) erreichen wir den chinesischen Grenzposten. Leider wird uns dort unser guter usbekischer Honig genommen. Wie wir jetzt unseren Hercules essen sollen um gross und stark zu werden war dem Beamten leider vollkommen egal.
Der Ort an der Grenze besteht eigentlich nur aus einem riessigen Lager von Truckern. Oder besser gesagt 2 Laegern, denn Kirgisen und Chinesen scheinen sich nicht zu mischen. Da die Kirgisen sich als eindeutig hilfsbereiter erweisen suchen wir uns ein Bett im kirgisischen Lager. Nicht weit davon finden wir sogar eine Dusche, so dass wir seit Usbekistan unsere erste richtige Dusche (sprich warmes Wasser von oben, kein kaltes von unten) geniesen koennen. Unglaublich wie paradiesisch eine Rinnsal warmes Wasser sein kein!

vorheriger Bericht << Aktueller Bericht >> nächster Bericht
 

    Kirgistan

    Picture