Am 2. Tag der Pseudo-Dengue nimmt diese neue Ausmasse an. Nach anfaenglichem "nur" Fieber faellt Stepan nach einem kurzen Spaziergang in der Hitze (gut, war vielleicht nicht die beste Idee aber wir hatten Hunger!) auf dem Rueckweg zu unserem Zimmer in Ohnmacht. Ich konnte ihn gerade noch halten und gluecklicherweise waren auch gleich ca. 20 kambodschanische Maedels im Alter von 15 bis 40 Jahren zur Stelle. Jede wusste besser was zu tun ist und so wurde ich schnell vom Patienten "abgedraengt", denn jeder wollte mal hinlangen. Stepan wurde mit Luft bewedelt, mit Heiloel eingerieben und mit diversen Massagetechniken beglueckt. Fast, aber nur fast, haette man denken koennen er hat das mit Absicht gemacht!

2 Tage spaeter ist die Pseudo-Dengue ueberstanden, trotzdem schonen wir uns noch und fahren statt mit dem Fahrrad mit dem Tuk-Tuk zu den Tempeln von Angkor. Viel wollen wir dazu nicht sagen, weil man das einfach mit eigenen Augen sehen muss. Die Tempelanlagen dort sind so beeindruckend, dass es fuer uns zu den Orten auf der Welt gehoert die man unbedingt mal gesehen haben muss. Die Mischung aus Mystik, Geschichte und Ruinen gibt einem das Gefuehl in einem 3D-Computer-Ballerspiel zu sein.

Wir verbringen insgesamt 1 Woche in Siem Reap und treffen ueberraschenderweise auf unsere ersten bekannten Gesichter seit unserer Abreise. Mitten in Siem Reap stehen ploetzlich Robert und Sylvia (ehemalige Kollegen aus Shanghai) vor uns, die gerade in Thailand und Kambodscha Urlaub machen. Gemeinsam verbringen wir ein paar Abende und freuen uns mal wieder Unterhaltungen zu fuehren die weder mit uns selbst sind noch sich auf reinen Small-Talk reduzieren. Nur bei der Dr.Fish-Massage (grosse Aquarien mit Fischen drin, man setzt sich an den Beckenrand und laesst sich Dreck und Hornhaut von den Fuessen abknabbern) wird der grosse Unterschied zwischen uns beiden Paaerchen klar: die Fische knabbern bei Stepan und mir wie verrueckt, bei Robert ein bisschen und Sylvia's Fuesse laesst sie total kalt. Jo mei, wir sind halt tierliebererer!!!

Von Siem Reap aus fahren wir mit dem Boot durch den Tonle Sap See und weiter den Fluss entlang nach Battambang. Die Strecke fuehrt durch viele schwimmende Doerfer, Haeuser die auf schwimmende Bambusstaemme gebaut sind und nur mit Booten erreicht werden koennen. Die Menschen leben ziemlich isoliert von der "Landbevoelkerung", trotzdem gibt es auch schwimmende Kloester, Schulen und Restaurants in den groesseren Orten. Die "Wasserwege" sind teilweise kaum zu erkennen und der Bootsfuehrer muss sich den Weg immer wieder neu suchen. Teilweise geht es durch enge "Gassen" zwischen Gestruepp und Baumen durch, die in der Trockenzeit gar nicht Teil des Sees, in der Regenzeit aber eine Abkuerzung sind. Dabei peitschen immer wieder Aeste und Blaetter ins Boot und wenn es Gegenverkehr gibt muessen sich die beiden Boote ins Gebuesch draengen und sich aneinander vorbei schieben.

6 Stunden spaeter kommen wir in Battambang an, suchen uns ein GH und stellen fest, dass wir nicht die einzigen Radreisenden sind. Es stehen schon 2 sehr aehnliche Raeder dort, so dass uns eigentlich klar ist: das muessen Deutsche sein! Und tatsaechlich, ein paar Stunden spaeter treffen wir auf Matze und Ulli und verbringen den Abend mit "Erfahrungsaustausch". Am naechsten Morgen sind wir zum Fruehstueck verabredet, welches sich dann bis 16 Uhr 30 hinzieht. Unsere Hintern sind an den Stuehlen festgewachsen, ein Thema ergibt das Naechste und es tut so gut sich mal wieder mit Menschen zu unterhalten, die aehnliche Erfahrungen und gleiche Interessen haben wie wir. Und das dann auch noch auf deutsch! So viel haben wir schon lange nicht mehr geredet und am naechsten Tag legen wir noch einen Tag Pause ein, das viele Reden war irgendwie anstrengender als ein Tag Radfahren. Dafuer fahren wir am naechsten Tag eine doppelte Etappe um den "verlorenen" Tag wieder gut zu machen und ueberqueren kurz vor Dunkeltheit die Grenze nach Thailand.
Von dort nehmen wir den Zug fuer die letzten 250 km nach Bangkok, da wir den Stadtverkehr umgehen wollen. Das war auch die richtige Entscheidung, den fuer die letzten 4km vom Bahnhof in das Hotel haben wir ueber 1 Stunde gebraucht und uns dabei ein paar Mal auf der falschen Strassenseite wiedergefunden, da uns der Linksverkehr noch nicht in Fleisch und Blut uebergegangen ist. Am liebsten wuerden wir Bangkok aber gleich wieder verlassen, denn wir sind vollkommen ueberfordert mit dieser grossen, lauten Stadt, den vielen Menschen und dem Ueberfluss an Essen, Shopping Malls, Museen, Touristen etc.

vorheriger Bericht << Aktueller Bericht >> naechster Bericht
 


Comments

Tomas Matousek
10/18/2010 14:28

Superschöne Bilder hab ihr da gemacht. Gefallen mir sehr gut. Ich glaube ich muss da auch mal hin.

Reply



Leave a Reply

    Kambodscha

    Picture