An der Grenze zu Kambodscha muessen wir erstmal 1 Dollar nach dem anderen bezahlen. 1 Dollar fuer die Ausreise aus Laos, 1 Dollar fuer einen "Gesundheitscheck", 1 Dollar fuer die Einreise nach Kambodscha und dazu noch die Gebuehren fuer das Visum. Ob die vielen 1-Dollar-Scheine wohl wirklich offiziell sind? Wahrscheinlich eher nicht.
Nach der Grenze treffen wir auf eine wenig besiedelte Region mit Minenfeldern auf beiden Seiten der Strasse. Die Strassenqualitaet wird schlechter, die Autos fahren wesentlich schneller und ruecksichtsloser und das erste Essen schmeckt auch nicht wirklich gut. Unser erster Eindruck von Kambodscha revidiert sich aber sehr schnell, als wir in der ersten Stadt auf die ersten Menschen treffen. Die Kinder gruessen wieder von allen Seiten und bruellen uns egal aus welcher Entfernung ein "hello" entgegen und die Erwachsenen entpuppen sich als echte Labertaschen. Jeder der ein bisschen englisch spricht setzt sich zu uns um ein bisschen zu plaudern. Vor allem in den laendlichen Regionen wird haeufig sofort jemand herbei gerufen, der sich dann zu uns setzt um zu plaudern.
Da hier alles flach ist kommen wir relativ schnell vorwaerts, obwohl wir an jeder Ecke eisgekuehlten, frischgepressten Zuckerrohrsaft oder eisgekuehlten Kaffee trinken und sich die Pausen durch die vielen Gespraeche in die Laenge ziehen.
Zum ersten Mal seit den Hui in China treffen wir auch wieder auf Gruppen von Moslems und auf viele Moscheen. Die Doerfer entlang des Mekong scheinen entweder buddhistisch oder islamistisch zu sein und jedes Dorf hat entweder eine Moschee oder ein bis drei Wats. Erst haben wir uns noch gewundert, dass jedes noch so kleine Dorf ein Wat hat, aber eigentlich ist das bei uns daheim mit den Kirchen ja auch nicht anders.
In Khampong Tom, besichtigen wir die Tempelanlage Sambor Prei Kuk, sozusagen als "Vorbereitung" zu Angkor Wat. Abends essen wir am Nachtmarkt und bestellen gekochte Eier. "Bibbi-Eggs"? - fragt uns die Verkaeuferin und wir nicken einfach mal, schliesslich sieht das Ei aus wie ein ganz normales Huehnerei. Wir sitzen in einer recht dunklen Ecke und merken erst nach der Haelfte der Eier, dass hier irgendwas anders ist. Wir halten die Eier in einen Lichtstrahl und sehen, dass das Ei komplett mit roten Adern durchzogen ist. Da wird uns auch klar, was Bibbi bedeuten soll: Baby-Eggs! Wir essen also gekochten Huehnerembryo, hmmmm lecker!
2 Tage spaeter kommen wir in Siem Reap an und muessen erstmal ins Krankenhaus. Ueber Nacht hat Stepan starke Gliederschmerzen bekommen und nach 60km Radfahren auch noch starkes Fieber. Alle Symptome sprechen fuer Dengue-Fieber, dass hier gerade ziemlich wuetet. Zum Glueck sagen die Tests im Krankenhaus, dass es weder Malaria noch Dengue ist. Wahrscheinlich eine Mandelentzuendung, obwohl er gar keine Schmerzen hat. Wir nennen seine Krankheit deshalb lieber Pseudo-Dengue, das klingt ja auch viel krasser!

vorheriger Bericht << Aktueller Bericht >> naechster Bericht
 


Comments




Leave a Reply

    Kambodscha

    Picture