Gluecklicherweise bekommen wir 2 Tage nach unserer Flussuebernachtung einen schoenen Tag an dem uns ein klarer Bach mit grasbewachsenem Ufer ueber den Weg laeuft und so koennen wir unsere verschlammten Sachen einigermassen gut waschen. Zumindest Zelt und Schuhe koennen wir jetzt wieder benutzen. Ansonsten werden wir aber vom schlechtem Wetter verfolgt. Die Landschaft veraendert sich allmaehlich und die viel geruehmte tibetische Praegung der Provinz kommt zum Vorschein. Wir radeln an vielen tibetischen Gebetsfahnen und Nomadenfamilien mit Schafen, Yaks und Dzos (Mischung aus Yak und Kuh) vorbei. Auch viele Wanderpilger sind unterwegs, allerdings haben wir die Regeln noch nicht so ganz verstanden. Die einen haben einen bunt geschmueckten Wagen dabei in dem Zelt, Ofen und anders Gepaeck verstaut ist. Andere haben gar nichts dabei ausser einer kleinen Umhaengetasche. Dann werfen sich die einen hin und wieder mal auf den Boden, waehrend andere bei jedem Schritt den Boden mit der Stirn beruehren. Die meisten von ihnen pilgern nach Lhasa aber andere auch einfach nur um den Qinghai-See.

Fuer uns geht es zunaechst erstmal Pass rauf, Pass runter, Pass rauf, Pass runter...bis wir schliesslich auf unserem voererst hoechsten Pass von 3817m ankommen und von dort zum Qinghai Hu runterrollen koennen.

Auf dem Weg treffen wir immer wieder auf Motorradfahrer mit Pannen. Werkzeug haben die meistens nicht dabei und so halten wir immer wieder an, packen unser Werkzeug aus und zeigen den Chinesen und Tibetern mal dass ein braver Laowei stets hilfsbereit ist. Meistens muessen wir dann auch noch selbst Hand anlegen und beim reparieren halten, druecken oder schrauben. Wenn wir wiedermal einen verzweifelten Motorradfahrer am Strassenrand sehen steuern wir mittlerweile schon direkt auf ihn zu und singen laut: " Superlaowei, kommt zu disch gefliegt!"

Am Qinghai See angekommen haben wir leider immer noch schlechtes Wetter. Bei einer Aussentemperatur von 8 Grad verzichten wir dann auch aufs Baden und begnuegen uns damit den See von weitem zu betrachten und mit unseren "Nachbarn" zu quatschen. Der ganze See ist voll von Nomadenfamilien in ihren Zelten und die sind sehr interessiert an unserem "Nomadenleben". Also kommen sie gleich vorbei wenn wir unser Zelt aufstellen und begutachten vor allem dieses sehr genau.
Am See treffen wir auf viele chinesische Gruppen von Radfahrern, die einmal um den See radeln. Anscheinend ist das gerade modern, die meisten sind relativ jung aber auch ein paar aeltere Herren und Damen waren dabei. Leider spricht von denen kaum einer Englisch und wenn dann nur sehr schlecht, so dass wir uns kaum unterhalten koennen. Nach einer Weile geben wir es auch auf anzuhalten, es sind einfach so viele, dass wir sonst nie in Xining ankommen wuerden.

Wir verlassen also den See nach 2.5 Tagen und brechen auf nach Xining. Auf dem Weg wollen wir noch mal ganz unschuldig unter einem kleinen Brueckchen pinkeln gehen und machen dabei einen interessanten Fund. An beiden Eingaengen der Bruecke haengen bzw. liegen Schaefsschaedel. Teilweise noch mit Fell, teilweise aber auch nur noch aus Knochen. Wir laufen unter der Bruecke durch und sehen, dass ueberall an den Waenden Schafsschaedel haengen. Warum das so ist werden wir wahrscheinlich nie erfahren, aber vorsichtshalber gehen wir lieber woanders pinkeln, nicht das uns am Ende noch irgendwelche Schafsgoetter heimsuchen und uns fuer unsere Tat bestrafen.

Ueber die Autobahn fahren wir schliesslich nach Xining ein und kommen dort spaet am Abend an. Jetzt sind wir in unserer ersten Grossstadt seit der Reise und geniessen ein bisschen westliches Essen, Hostels in denen englisch gesprochen wird, einen grossen Fernseher mit WM-Uebertragung und haben auch gleich unseren ersten Rausch. Hier konnten wir zumindest eine der kaputten Kameras reparieren lassen und haben in einem Campingladen 5 neue Heringe ergattern koennen. Der arme Schlucker der das Zelt kaufen wird aus dem die Verkaeuferin uns die Heringe "rausgeklaut" hat tut uns aber schon ein bisschen leid. Vielleicht werden wir einen Schaefskopf unter eine Bruecke haengen um uns und die Verkaeuferin von dieser Suende frei zu kaufen.

P.S.: Da unsere Kameras ja alle kaputt sind haben wir versucht wenigstens ein paar Bilder mit der Videokamera zu machen. Die Qualitaet ist zwar ziemlich schlecht, aber immerhin besser als gar keine Bilder.

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