Nach einem Tag Pause versuchen wir es zum 2. Mal aus Ruoqiang rauszukommen. Diesmal regnet es wieder und die Temperatur hat innerhalb eines Tages von 50 Grad auf 15 Grad abgekuehlt. Nach ca. 130 km scheint die Wueste zu Ende zu sein und wir kommen wieder in die Berge. Zwar geht es jetzt nur noch bergauf, aber es ist ein wunderbares Gefuehl wieder in den Bergen zu sein und nicht km-weit ins Land hinein nichts als Sand zu sehen. Endlich scheint die Wueste hinter uns zu sein. Selbst der Wind scheint sich jetzt nicht mehr gegen uns verschworen zu haben und blaest doch hin und wieder mal von hinten.

Leider gibt es die meisten Ortschaften die in unserer Karte eingezeichnet sind nicht. Zum Glueck gibt es aber immerhin einen kleinen Kiosk in dem wir ein paar Kekse kaufen koennen. Die erste Packung wird uns aber erstmal von den ortsansaessigen Hunden geklaut und aufgerissen. Wir koennen sie zwar todesmutig zurueckerobern muessen aber die Haelfte wegschmeissen, weil sie doch schon ziemlich angesabbert waren. Die zweite Packung lag anscheinend schon ein paar Monate neben dem Aschenbecher, denn der Nikotingeschmack war ziemlich intensiv. Wir ernaehren uns also 2 Tage lang von Hunde- und Nikotinkeksen, aber besser als hungern ist es alle mal.

Kurz bevor wir den hoechsten Punkt des Passes erreichen haelt uns ein LKW Fahrer an. Er ist total aus dem Haeuschen und obwohl wir fast nichts verstehen gibt er nicht auf uns irgendwie zu erklaeren, dass wir da vorne ein riessiges Problem bekommen und nicht weiter koennen. Wir versuchen ihm klar zu machen, dass wir so einiges koennen, zur Not sogar schieben und schaffen es ihn so weit zu beruhigen, dass er weiterfaehrt. Auf dem hoechsten Punkt des Passes angekommen stehen wieder einige LKW Fahrer beisammen um zusammen ein kleines Paeusschen zu machen. Auch sie versuchen uns zu erklaeren, dass wir ein Problem bekommen werden in 3 km und halten einen Pick-Up an der uns mitnehmen soll. Wir versuchen ihnen klar zu machen, dass wir uns das erstmal anschauen wollen und dann entscheiden werden ob wir fahren koennen oder nicht. Dann rennt jeder von ihnen zu ihrem LKW und jeder kommt mit Proviant fuer uns zurueck. Der eine gibts uns gruene Eier, der andere 3 Dosen suesse Bohnenpaste und der dritte 5 Flaschen Wasser. Wenn wir schon diese "Gefahr" auf uns nehmen, so sollen wir anscheinend wenigstens nicht hungern.

3 km spaeter sehen wir die grosse "Gefahr". Anscheinend haben die Chinesen beim Strassenbau vergessen, dass im Fruehjahr jede Menge Wasser von den Bergen fliesst. Also mussten sie ca. 50 kleine Bruecken in die Strasse einbauen, damit das Wasser nicht die ganze Strasse wegspuelt. Natuerlich wird dabei nicht Bruecke fuer Bruecke erledigt, sondern erstmal wird auf eine Strecke von 60km alle 1-2km die Strasse aufgerissen, so dass die Autos und LKWs 60km Schotter bzw. Sandpiste fahren muessen. Fuer uns war das ganze gar nicht so dramatisch, weil wir immer wieder ueber kleine Rampen auf die neue Strasse hoch konnten, vor dem Loch wieder runter und gleich wieder hoch. Das war zwar ermuedend, aber wenn's leicht waer, dann waer's ja Fussball!

Wir kommen abends in Mangya an, der Grenzort zwischen den Provinzen. Da wir nun die Xinjiang-Provinz verlassen freut sich besonders Stepan: nie wieder Hammelfleisch! 

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