so schoen, schoen war die Zeit..aeh, nein, doch nicht! Unser dritter Tag in der Wueste faengt schon am Morgen schlecht an. Zum Fruehstueck holen wir uns eine Samsa (mit Hammelfleische gefuellte Brottaschen). Stepan, der eh schon eine Ueberdosis an Hammelfleisch hat und sich beim Anblick dieser auch noch besonders grossen Samsa fast uebergeben muss, schafft es dabei auch noch sich das leckere, heisse Hammelfett ueber Haende, Handschuhe, Trikot und Beine zu verteilen, so dass er schon aus 5 km Entfernung nach Hammel riecht. Nebel, Schneesturm, Sandsturm oder anderweitige schlechte Sicht sind an diesem Tag kein Problem, man folge einfach dem Hammelduft und findet Stepan ohne Probleme!

Hammelgut gelaunt geht es super weiter, wir treffen auf groben Schotter, dabei gehts auch noch bergauf. Die Laune naehert sich dem Tiefpunkt, aber weil's noch nicht reicht kommt auch noch Gegenwind dazu. Abends schaffen wir es im letzten Moment ins Zelt bevor sich der Gegenwind in einen ausgewachsenen Sandsturm verwandelt. Also gehen wir mal wieder ohne Essen und dazu noch vollen Blasen (die Nacht war super!) ins Bett. Am Morgen trifft uns fast der Schlag. Obwohl wir alle unsere Sachen mit im Vorzelt hatten liegt eine 10 cm dicke Sandschicht oben auf. Da helfen auch keine Waterproof Satteltaschen, der Sand kriecht ueberall durch, so dass nicht nur auf sondern auch in den Taschen alles voller Sand ist. Die Kamera zoomt seitdem nicht mehr, aber wer braucht schon einen Zoom!?

Kann ja nicht mehr schlimmer werden! Doch, kann es! Es ist zwar kein Sandsturm mehr, aber der Wind hat sich gegen uns verschworen und blaest uns in einer Staerke entgegen, die uns mit 8km/h bei voller Kraft vorwaerts kommen laesst. Nach 60km haben wir echt keine Lust mehr und suchen uns die einzige windgeschuetzte Stelle die es weit und breit gibt: ein ummauerter Handymasten! Wild romantisch!

Besonders versteckt war die Stelle auch nicht, so dass wir am Morgen Besuch von einem alten Uiguren bekommen, der uns unbedingt helfen will unsere Sachen zusammen zu packen. Obwohl er sich kaum noch buecken kann hilft er bis alles gut verstaut ist. 

Hat eigentlich jemand gesagt, dass es in der Wueste trocken ist? Am naechsten Tag faengts dann auch noch an zu regnen und es geht immer weiter mit Gegenwind dem Osten entgegen. Allmaehlich rechnen wir auch schon taeglich mit Gegenwind, so ist wenigstens der Schock nicht so gross. Nachdem wir die ganzen Tage ueber 15-25 Grad hatten wirds ploetzlich von einem auf den anderen Tag 43 Grad heiss. Und das wo wir kaum noch Wasser haben und noch mindestens 1 Tag vom naechsten Ort entfernt sind. Unterwegs treffen wir noch einen total verpeilten Polen der nach Kirgistan radeln will. Der hatte gar kein Wasser mehr, also geben wir ihm von unserem bisschen Wasser noch was ab. Koennen ihn ja schlecht verdursten lassensind ja Gute! Was wir nicht wissen koennen: am naechsten Tag klettern die Temperaturen auf 50 Grad und unsere Koerper sehnen sich nach Schatten. Nur Schatten ist wohl das einzige was es in der Wueste wirklich nicht gibt. Ganz im Gegensatz zu Moskitos mit denen wir hier nun wirklich nicht gerechnet haetten.

Ziemlich durstig schaffen wir es dann irgendwann in den naechsten Ort und am Tag danach nach Ruoqiang. Hier legen wir ungeplant einen Tag Pause ein, nachdem wir 3 km aus dem Ort rausgefahren sind nur um dann schnell wieder umzudrehen, da draussen wuetete der naechste Sandsturm. Visumverlaengerung hin oder her, das muss nun wirklich nicht schon wieder sein!

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