Da kein Internet in der Xinjiang Provinz geht ist es sehr unwahrscheinlich, dass wir hier unser Visum verlaengern koennen. Das wird uns auch von allen Seiten bestaetigt, also muessen wir rechtzeitig, vor Ablauf der 30 Tage aus der Provinz raus. Das wird verdammt knapp bzw. eigentlich unmoeglich. Also beschliessen wir die ersten 500 km der Taklamakan Wueste mit dem Bus zu fahren. Wir kaufen ein Ticket nach Hotan und kommen tatsaechlich 12 Stunden spaeter dort an. Der Tag Busfahren war anstrengender als ein ganzer Tag radfahren. Alle 20 km gibt es "Quarantaene-Stationen". Das heisst, alle raus aus dem Bus, mit den Schuhen ueber einen Teppich laufen, der mit irgendeiner Fluessigkeit getraenkt ist. Gleichzeitig faehrt der Bus ueber getraenktes Stroh, was auch mal laenger dauern kann, da hin und wieder LKWs in dem nassen Stroh stecken bleiben. Dann muessen die 40 von 50 maennlichen Passagieren, die alle Kettenraucher sind noch schnell 4-5 Zigaretten reinziehen (das Stroh, welches an den Seiten trocken ist faengt dann auch mal das brennen an) und dann duerfen alle wieder rein in den Bus. 20 km weiter geht's dann wieder von vorne los.

Am naechsten Tag beginnen wir unsere erste Wuestenetappe mit Wasser holen. Wir haben keine Ahnung wie heiss es werden wird bzw. wieviel Wasser wir brauchen werden. Vorsichtshalber nehmen wir mal ein bisschen mehr und wollen ca. 12 Liter kaufen. Leider gibt es keine grossen Flaschen, so dass wir 24 kleine Flaschen kaufen muessen. Unser Oeko-Herz blutet!
In Hotan ist das Befuellen von Wassersaecken die Hauptattraktion schlechthin. Schon nach 2 Minuten steht ein Kreis von Chinesen und Uiguren um uns herum und beobachtet uns. Unser "Ni hao" oder freundliches Laecheln in die Runde bleibt vollkommen unbeachtet. Gaffen und Gruessen scheint sich hier nicht zu vertragen. Wir vermissen die kirgisische Freundlichkeit schon ein bisschen.
Aber zum Glueck gibt es dann aber doch auch rettende Beispiele von Menschlichkeit, denn 60 km spaeter sitzen wir zum ausruhen am Strassenrand und denken an nichts Boeses. Da kommt ein Gelaendewagen an den Strassenrand gefahren, ein Chinese steigt aus und reicht uns 2 eisgekuehlte Flaschen Wasser, laechelt freundlich und faehrt wieder weiter. Da unser Wasser mittlerweile pisswarm war, war das wirklich ein Segen.
Da wir in Kashgar 3 Tage Pause eingelegt hatten scheinen sich unsere Hintern vom im Sattel sitzen schon verabschiedet zu haben. Als sie dann ploetzlich doch wieder in den Sattel mussten waren sie anscheinend so schockiert, dass sie uns zur Strafe hoellische Schmerzen bereiten. Hoffentlich hoert das bald auf!
Nach nur 1 Nacht und 2 Tage in der Wueste ist alles voller Sand. Die Haare, Ohren, die Nase, die Zaehne, die Hosen, die Raeder, T-Shirts, einfach alles. Bei Ankunft in Yutian freuen wir uns deshalb riessig auf eine Dusche. Nachdem uns ein uigurischer Taxi-Fahrer vor einer Horde von Kindern die uns fast schon Angst gemacht haben befreit hat, zeigt er uns den Weg zu einem neuen Hotel. Ein super Hotel mit neuen Zimmern und total sauber fuer wenig Geld. Voller Freude springen wir in die Dusche...kein Wasser! Na toll!
Zum Glueck gibts spaetabends doch noch Wasser. Sauber sein ist schon ein tolles Gefuehl!

vorheriger Bericht << Aktueller Bericht >> naechster Bericht
 

    China

    Picture