Epilog

08/04/2010

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Nach 2 Jahren arbeiten in Ost-China haben wir jetzt West-China auf eine ganz andere Art und Weise kennengelernt und wollen an dieser Stelle mal Bilanz ziehen.

Es gab sehr viele Dinge die uns super gut gefallen haben:


- Die ethnischen Minderheiten, im Besonderen die Uiguren und die Tibeter die uns mit ihrer aufgeschlossenen, freundlichen Art so manch schlechten Tag doch noch zum Erlebnis gemacht haben
-Die grandiosen Landschaften, die alleine es schon wert sind das Land zu besuchen
-Die Vielfaeltigkeit der Landschaften, von Wueste ueber hohe und niedrige Berge, Dschungel, Sandstein, glatter Felsen, rauher Felsen, Waelder, Grasslands usw.
-Die Tatsache, das immer alles moeglich ist, auch wenn es zu Beginn vielleicht nicht immer so scheint
-Die Moeglichkeit ueberall Zeltplaetze zu finden, wir hatten nicht einen einzigen Tag an dem wir laenger als 30 Minuten gesucht haben
-Die weiten, freien, unbesiedelten Flaechen, die es trotz einer Bevoelkerung von 1,3 Milliarden en masse gibt und einem die Moeglichkeit gibt die Landschaft pur, ohne Menschen zu geniesen
-Gute Strassen mit meist wenig Verkehr (zumindest auf unserer Strecke)
-Die chinesischen Radfahrer, die uns zeigen das es eine neue Generation von Chinesen gibt, die Interesse zeigen an Sport, Reisen und anderen Kulturen
-Die Massagen an jeder Ecke, auch wenn sie manchmal schmerzhaft enden
-
Die Sicherheit im Land, wir hatten uns in keiner einzigen Sekunde unsicher oder bedroht gefuehlt
-Die Busbahnhoefe die extrem gut organisiert sind und an denen uns in 90% der Faelle immer schnell geholfen und assistiert wurde
-Die Tatsache, dass man eigentlich alles irgendwie irgendwo reparieren lassen kann wie z.B. unsere Kameras, in Deutschland haette man die erst kompliziert einschicken muessen

Leider gab es aber auch einige Dinge die uns gestoert und zur Verzweiflung gebracht haben bzw Dinge fuer die wir leider kein Verstaendnis aufbringen konnten:

-  die Bierglaeser, man kann doch einem Deutschen kein Glas in der Groesse eines Schnapsglases zu einer Flasche Bier geben!
-Die Ueberheblichkeit der Han-Chinesen, die sich als Zhong-Guo-Ren (Leute des Reichs der Mitte) als der Nabel der Welt sehen und einen das als Auslaender auch haeufig spueren lassen (natuerlich gibt es hier auch jede Menge Ausnahmen!!)
-Das staendige Gehupe der LKWs, Busfahrer und Autos mit Vorliebe direkt neben uns, damit uns der Gehoerschaden auch wirklich Gewiss ist
-Das „Gaffen“ und mit dem Finger auf einen zeigen, man koennte das auch weniger offensichtlich machen oder wenigsten ein Laecheln hinterher setzen
-Das staendige, mit schriller Stimme gerufene „Hello“, dass in den wenigstens Faellen als Begruessung gedacht ist sondern eher als Witz vor den Kumpels
-Die schlechten englisch Kenntnisse, obwohl uns gesagt wurde, dass in allen Schulen englisch als Pflichtfach unterrichtet wird
-Der Umgang mit der Umwelt, Muell wird ueberall hingeworfen nur nicht in die Muelleimer
-Glasscherben am Strassenrand, es scheint ein toller Brauch zu sein Bierflaschen vom Auto aus dem Fenster zu werfen um dann zu sehen wie toll die Flasche zerbricht
-Das Rauchen, es gibt keinen Ort an dem nicht geraucht wird und besonders bei langen Busfahrten ist das ziemlich anstrengend
-Das Gefuehl fuer Sauberkeit und Aesthetik, Hotelzimmer, Restaurants, Busse scheinen gebaut zu werden ohne das im Anschluss nur eine Minute in Instandhaltung investiert werden wuerde, auch putzen scheint fuer uns was anderes zu bedeuten
-Die Art wie manche Chinesen einen nicht verstehen „wollen“, da sagen wir gerade mal „ni hao“ da kommt uns schon die Antwort „meiyou“ (gibt’s nicht) entgegen ohne die Moeglichkeit in Erwaegung zu ziehen, das wir evtl chinesisch mit ihnen sprechen koennten und sie auf eine ganz normale Frage eine ganz normale Antwort geben koennten
-Die Hunde, die uns vor allem in Nomadengegenden verfolgt haben und die wir nur mit Muehe und Not bzw viel Bruellen und Steine werfen davon abhalten konnten unsere Unterschenkel zu verspeisen
-Die Tatsache, dass man sich zwar Fahrradteile wie Bremsen kaufen kann, dann aber noetiges Verbrauchsmaterial wie Bremskloetze nirgends zu kriegen sind
-Das staendige Spucken und Rotze

Natuerlich hatten wir etliche Tage mit viel Frustration in den letzten 3 Monaten, dennoch waren es super schoene Monate, die wir auf keinen Fall missen wollen. Wir wuerden auch nichts anders machen, sondern die gleiche Route genauso wieder fahren. Lohnenswert war es bis hier her auf jeden Fall und so freuen wir uns jetzt auf einen neuen Teil unserer Reise.


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