Wir haben noch 8 Tage Visum und wollen Shangrila so schnell wie moeglich verlassen, da uns noch ca 1500km von der Grenze trennen. Unser letzter Abend, an dem wir mit unseren franzoesischen Freunden noch ein bisschen Abschied feiern wird uns allerdings zum Verhaengnis. Nachts streiten wir uns um die Toilette, da das Essen aus allen Seiten wieder rauswill und den ganzen Tag liegen wir statt im Bus nach Dali im Bett von Shangrila.

Gut, dann sind es halt nur noch 7 Tage Visum fuer 1500 km. Am naechsten Tag schaffen wir es einen Bus nach Dali zu nehmen. Von hier soll es Busse direkt nach Jinghong geben, von wo wir dann die letzten 250km mit den Raedern fahren wollen. Nur leider gibt es nur kleine Busse, eine Fahrradmitnahme ist also nicht moeglich, aber in der „Neustadt“ von Dali gibt es noch Busbahnhoefe die wir jetzt abklappern. Hier gibt es zwar Busse nach Jinghong, aber erst uebermorgen Abend wieder. Gut, dann sind es jetzt nur noch 4 Tage Visum, aber wir sind ja auch schon 500km naeher dran. Wir verbringen also 2 gemuetliche Tage in Dali und begeben uns guter Dinge am Abend an den Busbahnhof. Hier werden wir sofort abgefangen von den Angestellten, “kein Bus nach Jinghong heute, ein Stueck Strasse ist abgestuerzt” – Ah, super! „Und wann faehrt der naechste Bus?“- „Heute keiner, morgen auch nicht und uebermorgen auch nicht“. Das klingt ja erfolgsversprechend! Wir fahren also zum gegenueberliegenden Bahnhof und hoffen von dort mit dem Zug nach Kunming fahren zu koennen, denn von dort fahren die Busse eine andere Strasse nach Jinghong. „Nein, heute gibt es keine Tickets mehr und fuer morgen auch nicht!“ – Tief durchatmen! Wir rufen in unserem Hostel in Dali an und fragen ob es noch eine andere Moeglichkeit gibt nach Kunming zu kommen. Sie schicken uns zu einem weiteren Busbahnhof, an  dem dann auch tatsaechlich noch abends um 11 ein Schlafbus nach Kunming faehrt. Am naechsten Morgen kommen wir dort total geraedert an (ein Grossteil der Strasse war nicht geteert) und versuchen ein Ticket nach Jinghong zu bekommen. – „Nein, hier fahren keine Busse nach Jinghong, aber 30km weiter gibt es einen Busbahnhof von dem Busse fahren“, super, ohne Stadtplan also sollen wir einen Busbahnhof finden von dem uns keiner sagen kann ob er im Norden, Osten, Sueden oder Westen liegt. Aber es faehrt ein Shuttlebus dorthin, der Bus will aber unsere Raeder nicht mitnehmen. Unsere Stimmung sinkt allmaehlich auf einen Tiefpunkt, Uebermuedung und wachsende Verzweiflung tun ihren Rest und wir sind vollkommen am Ende. Zum Glueck kommt Stepan dann aber die zuendende Idee: „Wir sind ja hier immer noch in China, mit Geld geht hier doch alles!“ Und tatsaechlich, mit nur 2 EUR Bestechungsgeld nimmt der Fahrer uns ploetzlich mitsamt Raedern mit und bringt uns zum naechsten Busbahnhof. Dort angekommen sagt uns der unfreundliche Mensch am Ticketschalter „Raeder, geht nicht!“ In diesem Moment konnte man Stepan nur mit Mueh und Not davon abbringen ueber den Thresen zu springen und den jungen Mann vom Gegenteil zu ueberzeugen. Statt dessen gehen wir direkt zum Busfahrer und fragen dort, natuerlich geht es! Und somit kommen wir 24Stunden nachdem wir Dali verlassen haben endlich in Jinghong an.

Jetzt sind es also noch 3 Tage Visum und 250km. Eigentlich kein Problem, wenn da nicht die 6500 Hoehenmeter noch dazwischen laegen, hier liegt Huegel neben Huegel, den wir entweder umfahren oder ueberfahren muessen. Das staendige auf-ab ist so Kraefte raubend, dass wir schon am ersten Tag hinten dran sind. Die Landschaft hat sich mittlerweile extrem veraendert und anstatt hoher Berge sind wir jetzt mitten im Dschungel. Schade nur, dass wir die "neue" Landschaft noch nicht so richtig geniesen koennen. Gegen Mittag des 2. Tages stellen wir fest, dass wir es nicht schaffen werden. Neben unserer Strasse verlaeuft aber eine fast leere Autobahn, die statt ueber und um die Berge durch Tunnels durch die Berge hindurch faehrt. Wenn da nur nicht diese dicken Verbotsschilder fuer Fahrradfahrer waeren! Ca 15 Minuten hadern wir mit unserem deutschen Gewissen und beschliessen letztendlich die Autobahn zu nehmen, denn wenn wir eines in unserer Zeit in China gelernt haben, dann dass es gewissen Regeln gibt die dazu da sind gebrochen zu werden und wir hoffen einfach das diese Regel dazu gehoert. Und so fliegen wir die letzten km mit angenehmen Steigungen und ein paar nicht so angenehmen Tunnels der Grenze entgegen. Durch unsere „Abkuerzung“ kommen wir sogar 3 Stunden vor Ablauf des Visums an der Grenze an und goennen uns sogar noch ein Mittagspaeuschen auf chinesischer Seite.

Wir freuen uns auf Laos, die Menschen, das Essen und die andere Kultur. Im Grenzort Boten wollen wir eine Nacht bleiben um dann ins Landesinnere zu fahren. Wir wechseln unsere letzten Yuan in Kip und suchen uns ein Hotel. Hier werden wir schnell aufgeklaert, dass wir uns nicht in Laos befinden. Hier gibt es nur Chinesen, Kip werden nicht akzeptiert sondern nur Yuan, die Strassen sind voll mit chinesischen Prostituierten und Laoten sehen wir kaum. Wir schauen noch mal in unserem Pass nach, aber dort klebt wirklich ein laotisches Visum mit einem Einreisestempel. Da sind wir heilfroh China hinter uns gelassen zu haben und kommen in eine chinesische Stadt. Die Hoelle!

Zum Glueck liegt hinter der Stadtgrenze das echte Laos  in dem wir jetzt endlich angekommen sind.

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